Reflexion schreiben

Zuletzt aktualisiert: 2022/07/19
Lesedauer: 3 min

Was ist eine Reflexion?

Der Begriff Reflexion hat seinen Ursprung im Lateinischen. Wörtlich übersetzt ist eine Reflexion eine Widerspiegelung. Beim Schreiben einer Reflexion schlagen Sie eine Brücke von den anfänglichen Erwartungen über die tatsächlichen Erfahrungen zu einem persönlichen Fazit. In dieser Betonung des reflektierenden, persönlich gefärbten Nachdenkens liegt die Stärke von Reflexionen. Aus diesem Grund sind Reflexionen das Mittel der Wahl, wenn der gesamte Umfang einer Erfahrung – also auch die damit verbundenen Emotionen – Gegenstand der späteren Auseinandersetzung und Aufbereitung ist. Die Unterform der Selbstreflexion erleichtert die Bewertung von Situationen, Erlebnissen und Zielen mit einer kritischen Distanz.

Reflexion: Aufbau

Wie bei jedem gelungenen Text erfolgt auch bei einer Reflexion die Vermittlung der Inhalte auf strukturierte Weise – daher haben Reflexionen eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Was jeder Abschnitt leisten sollte, wird im Folgenden vorgestellt.

Einleitung + Beispielformulierung

In der Einleitung wird die reflektierte Situation samt äußerer Umstände und allen Beteiligten vorgestellt. Außerdem sollten Sie darauf hinweisen, worauf die Reflexion abzielt.

In dieser Reflexion geht es um ein Seminar zum Thema X im Fachbereich Y an der Hochschule Z. Thematisiert wurde die sinnvolle Steuerung von Migration auf europäischer Ebene. Dabei wurden Gruppen von je drei Teilnehmern mit der Aufarbeitung der juristischen, sozialen und politischen Faktenlage beauftragt, die innerhalb des ersten Tages abgeschlossen werden sollte.

Hauptteil + Beispielformulierung

Nach der Einführung findet die eigentliche Reflexion des Ereignisses oder Events im Hauptteil statt. Dabei sollen Sie ausdrücklich auch auf Ihre persönlichen Gefühle eingehen, um Entscheidungen oder Argumente verständlich zu machen und das Erreichen oder Abweichen von eingangs gesteckten Zielen zu verdeutlichen.

Der Versuch, die juristischen Rahmenbedingungen der besonders betroffenen EU-Staaten zu vergleichen, ließ rasch deutliche Abweichungen erkennen. Als frustrierend empfanden nicht nur ich, sondern auch meine Ko-Referenten die Tatsache, dass diese Unzulänglichkeiten und Differenzen hinlänglich bekannt sind …

Dank der Beschäftigung mit dem Thema konnten wir Grenzen, aber auch Möglichkeiten für künftige geänderte Strategien erkennen. Auch die politische und mediale Meinungsbildung wird auf dieser Grundlage nicht immer akzeptabler, aber nachvollziehbarer.

Schluss + Beispielformulierung

Der Schluss ist der Zusammenfassung gewidmet. Hier summieren Sie die gewonnenen Erkenntnisse. Auch Kritik, offene Fragen oder Vorschläge für die Zukunft dürfen hier einfließen.

Die Idee, Lösungsfindungen in Gremien nachzuvollziehen, wie sie auch in der EU zum Einsatz kommen, halte ich für hilfreich und sinnvoll. Neben den eingeholten Informationen hat uns die Auseinandersetzung mit den Realitäten nachdenken und verstehen lassen, wie Beschlüsse zustande kommen. Für weitere Projekte dieser Art würde ich mir einen längeren zeitlichen Rahmen und vielleicht die Einbeziehung von Person(en) mit praktischer Erfahrung wünschen.

Reflexion schreiben – wichtigste Tipps

Eine Reflexion erlaubt Ihnen, auf personalisierte Art durch die Analyse einer durchlebten Situation oder Tätigkeit zu lernen. Damit die Reflexion gelingt, helfen nicht nur die formulierten Beispiele, sondern auch ein klares Gerüst.

  1. Fassen Sie die Ausgangssituation zusammen, damit auch unbeteiligte Leser wissen, worum es in diesem Fall geht. Nennen Sie wichtige Details wie Ort, Zeit und Anlass sowie die beteiligten Personen.
  2. Beschreiben Sie das Ereignis, den Vorfall, die Veranstaltung mit eigenen Worten und aus Ihrem eigenen Blickwinkel und in der ersten Person. Erläutern Sie, was Sie positiv oder gelungen finden und warum, ebenso wie nicht erfüllte Erwartungen.
  3. Resümieren Sie, was Sie aus dem beschriebenen Ereignis für Schlüsse ziehen und welche Takeaways für Ihre Zukunft sich ergeben.
Verena

Ich bin Verena und ich studiere zur Zeit Philosophie an der Fernuniversität Hagen. Es macht mir besonders viel Spaß, meine Erfahrungen beim Schreiben mit anderen Studenten zu teilen und ihnen auf ihrem Weg zum Abschluss zu helfen.

Mathilda Sussman
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