Die kumulative Dissertation – Aufbau & Beispiel

Verena Von:  Verena
Zuletzt aktualisiert: 2024/02/28
Lesedauer: 6 min

Kumulative Dissertationen repräsentieren eine fortschrittliche Beschaffenheit der Doktorarbeit, die durch die Einbindung mehrerer Fachartikel in anerkannten Zeitschriften gekennzeichnet ist. Diese Art der Dissertationsschrift ermöglicht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Fragestellung im Kontext der Promotion und fördert durch die erforderliche Veröffentlichung und das Peer-Review-Verfahren die Qualität und Relevanz des Forschungsansatzes.

Indem sie die Erstellung eigenständiger Beiträge innerhalb eines thematischen Rahmens verlangt, unterstützt sie nicht nur die fachliche Spezialisierung, sondern erleichtert die Einbindung in die akademische Gemeinschaft.

Monographie und kumulative Dissertation: Unterschied

Bei der Monographie und einem kumulativen Dissertationsprojekt handelt es sich um zwei verschiedene Formen der wissenschaftlichen Arbeit. Genau genommen weist jede jeweils eigene Vorteile und Anforderungen auf, die es zu bedenken gibt. Unter Monographie versteht sich eine umfassende Abhandlung über ein spezielles Forschungsthema, die als eine einzige Sammeldissertation präsentiert wird. Sie zeichnet sich durch eine eingehende Analyse und Diskussion eines einzelnen Themas aus und ist oft das Ergebnis langjähriger Forschung.

Im Gegensatz dazu besteht eine kumulative Dissertation aus einer Reihe von wissenschaftlichen Artikeln, die der Verfasser bereits in Fachzeitschriften veröffentlicht oder zur Veröffentlichung eingereicht hat. Diese Aufsatzsammlung muss einen thematischen Zusammenhang aufweisen und wird durch eine Einleitung und einen abschließenden Diskussionsteil zu einem Gesamtwerk verbunden. Während die Monographie eine umfangreiche Einzelstudie darstellt, ermöglicht die kumulative Dissertation die Darstellung verschiedener Aspekte eines Forschungsgebietes oder die Darstellung einer Forschungsarbeit, die sich über mehrere Teilprojekte erstreckt.

Der Aufbau von einem kumulativen Dissertationsprojekt

Eine kumulative Dissertation ist ein Setzbild aus wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie fügt bereits veröffentlichte Forschungsarbeiten zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Jede dieser Arbeiten beleuchtet Facetten des Forschungsthemas. Der rote Faden sollte dabei stets erkennbar sein, es bedarf einer Einleitung, die die Richtung der Publikation nachvollziehbar vorgibt.

Ein Schlusskapitel, das nicht nur die verschiedenen Stränge zusammenführt, sondern eine kritische Gesamtbetrachtung visualisiert, gilt als erstrebenswert. Dazwischen finden sich verschiedene Beiträge, die eigenständig in Fachzeitschriften erschienen sind, aber unter einem gemeinsamen Thema vereint sind. Während die wissenschaftliche Gemeinschaft durch die bereits erfolgte Peer-Review der Einzelarbeiten einen Qualitätsnachweis erhält, entsteht ein vielschichtiges Werk.

Voraussetzungen für eine kumulative Dissertation

Die Anfertigung einer kumulativen Dissertation setzt voraus, dass der Doktorand im Rahmen seines Promotionsstudiums mehrere Fachartikel zum gleichen Thema verfasst und in renommierten Zeitschriften veröffentlicht. Diese Publikationen müssen einen wesentlichen Eigenanteil an der Arbeit des Doktoranden aufweisen und die Fähigkeit zur selbstständigen wissenschaftlichen Nachforschung nachweisen. Bei der Beurteilung der Eignung des Themas sowie der Form und des Umfangs der Dissertation spielen die Fakultät und der Betreuer eine zentrale Rolle.

Gemäß der Promotionsordnung muss die Dissertation eine kohärente Zusammenstellung von Teilergebnissen in einem definierten Forschungsrahmen darstellen. Die Arbeit muss den wissenschaftlichen Diskurs in der gewählten Disziplin bereichern und einen Beitrag zur Wissenschaft leisten. Die Fragestellung, die Methoden und die Wahl der Publikationsorgane sind entscheidend für den Erfolg der Promotion.

Was sind die Vorteile einer kumulativen Dissertation?

Die kumulative Dissertation bietet gegenüber der traditionellen Dissertation praktische Vorteile. Lassen Sie uns die wichtigsten erörtern:

  • Spezialisierung – Ermöglicht eine fokussierte Arbeit an spezifischen Fragestellungen innerhalb eines Themas.
  • Feedback – Durch die Veröffentlichung in Fachzeitschriften erhält man konstruktives Feedback, das zur Verbesserung der Dissertation beiträgt.
  • Flexibilität – Die kumulative Form erlaubt es, einzelne Teilergebnisse unabhängig zu erarbeiten und später zu einem Gesamtwerk zusammenzuführen.
  • Anerkennung – Jede Veröffentlichung erhöht das wissenschaftliche Profil und unterstützt die akademische Karriere.
  • Einhaltung der Promotionsordnung – Die Anforderungen vieler Fakultäten an Eigenleistung und Publikation werden effektiv erfüllt.

Kann eine kumulative Dissertation Nachteile haben?

Obwohl eine kumulative Dissertation viele Vorteile bietet, gibt es potenzielle Nachteile, die berücksichtigt werden sollten:

  • Publikationsdruck – Die Notwendigkeit, mehrere Artikel in Fachmagazinen zu veröffentlichen, kann zu einem erhöhten Publikationsdruck führen.
  • Thematische Einschränkungen – Die Arbeit muss einen kohärenten thematischen Rahmen haben, was die Flexibilität einschränken kann.
  • Ungleiche Anerkennung – Nicht alle Publikationen werden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft gleich bewertet.

Kumulative Dissertation: Ihre persönliche Arbeitsweise zur Promotion

Kumulative Dissertationen fördern durch die Publikation mehrerer Fachartikel eine individuelle und fokussierte Herangehensweise zu Ihrer Promotion. Diese Methode unterstützt die Spezialisierung auf das Forschungsthema und erleichtert die wissenschaftliche Anerkennung und Vernetzung. Die Auswahl dieser Arbeitsweise ermöglicht es Ihnen, Ihre Forschungsinteressen gezielt zu vertiefen und eigenständig zu gestalten.

Formatierungsbeispiele für kumulative Dissertationen

Formatierungsbeispiele für eine kumulative Dissertation variieren je nach Fachbereich und Universität, folgen einer strukturierten Gliederung:

  • Titelblatt – Angaben zum Autor, Titel der Dissertation, Universität und Datum.
  • Inhaltsangabe – Kurzer Überblick über die Forschungsbeiträge und Hauptergebnisse in der Publikation.
  • Einleitung – Einführung in das Thema, die Frage und die Ziele der Dissertation.
  • Fachartikel – Jeder Artikel ist als eigenes Kapitel formatiert und enthält Abstract, Einleitung, Methodik, Ergebnisse, Diskussion und Referenzen.
  • Schlussfolgerung – Zusammenfassung von Teilergebnissen, Beiträge zur Wissenschaft und Ausblick auf weitere Forschungsagenden.
  • Anhänge – Enthalten zusätzliches Material wie Daten, Instrumente oder Code.
  • Danksagung – Anerkennung der Unterstützung durch Betreuer, Ko-Autor und Förderinstitutionen.
  • Literaturverzeichnis – Umfassende Liste aller zitierten Quellen.

Diese Struktur gewährleistet eine klare Darstellung der Forschungsarbeit im kumulativen Format.

Peer-Review-Verfahren vor der Publikation

Das Peer-Review-Verfahren vor der Veröffentlichung spielt im wissenschaftlichen Kontext eine entscheidende Rolle – es erweist sich als wesentlicher Indikator zur Qualitätssicherung. In Sinne dieses Prozesses beleuchten Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet die eingereichten Arbeiten auf wissenschaftliche Validität, Relevanz und natürlich Originalität – der Eigenanteil muss hier klar ersichtlich sein. Die Anonymität von Autoren und Gutachtern wird häufig gewahrt, um eine objektive Bewertung zu gewährleisten. Das Verfahren kann sich über mehrere Runden erstrecken, bis das Werk den geforderten wissenschaftlichen Standards entspricht.

Auf der Grundlage der Gutachten trifft der Herausgeber die Entscheidung über Annahme, Überarbeitung oder Ablehnung des Beitrages. Dieses Verfahren trägt nicht nur dazu bei, Fehler zu erkennen, sondern gibt den Autoren wertvolles Feedback zur Verbesserung ihrer Arbeit. In diesem Sinne fördert man den kritischen wissenschaftlichen Diskurs, indem sichergestellt wird, dass nur methodisch einwandfreie Forschungsergebnisse den Weg in die Öffentlichkeit finden.

Fazit zum Thema kumulative Dissertation

Die kumulative Dissertation, eine innovative Form der Doktorarbeit, ist eine flexible und anerkannte Methode zur Erlangung des Doktorgrades durch die Veröffentlichung mehrerer Fachartikel in einer Zeitschrift. Trotz potenzieller Herausforderungen wie Publikationsdruck und thematischer Einschränkungen ermöglicht die kumulative Dissertation eine Spezialisierung in der wissenschaftlichen Frage und fördert durch Peer-Review-Verfahren die Qualität der wissenschaftlichen Produktion.

Überdies erleichtert die kumulative Form die Integration in die wissenschaftliche Gemeinschaft und unterstützt die akademische Karriere durch frühe Publikationen. Die Bevorzugung dieser Arbeitsform sollte jedoch unter Berücksichtigung der Promotionsordnung und in Absprache mit dem Studienbetreuer im Doktoratsstudium erfolgen, um den Eigenanteil und die Kohärenz des Gesamtwerks zu gewährleisten.

Verena

Ich bin Verena und ich studiere zur Zeit Philosophie an der Fernuniversität Hagen. Es macht mir besonders viel Spaß, meine Erfahrungen beim Schreiben mit anderen Studenten zu teilen und ihnen auf ihrem Weg zum Abschluss zu helfen.

Mathilda Sussman
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